Solarparc Geschäftsverlauf 2009
Stromerzeugung
Unsere Windkraftkapazitäten zur regenerativen Stromerzeugung stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent auf insgesamt 56,7 MW an. Zum Jahresbeginn haben wir zwei moderne Windparks mit je vier Anlagen à zwei MW Leistung neu in Betrieb genommen. Die windstarken Standorte befinden sich in Mönchengladbach und Korschenbroich am Niederrhein. Durch die neuen Anlagen haben wir unser Gesamtportfolio entscheidend verjüngt. Wir sind damit unseren Ansprüchen an einen leistungsstarken und modernen regenerativen Kraftwerkspark als Basis unseres Konzerngeschäfts nachgekommen. Mit den neuen Anlagen profitieren wir zugleich von den seit 1. Januar 2009 geltenden erhöhten Einspeisevergütungen.
Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Windstromproduktion aus dem Kraftwerkspark unseres Konzerns um 34 Prozent auf 85,9 (Vorjahr: 64,1) Mio. kWh. Der im Vergleich zum Kapazitätszuwachs unterproportionale Anstieg in der Stromerzeugung ist ausschließlich auf meteorologische Faktoren zurückzuführen. Mit der technischen Anlagenperformance unseres Windkraftbestandes waren wir dagegen sehr zufrieden.
Trotz des positiven Verlaufs des Berufungsverfahrens gegen die verwährte Erteilung der Baugenehmigung für einen Windpark in Zülpich haben wir uns entschlossen, das Projekt ad acta zu legen, nachdem die Bebauungspläne nach Abschluss der Erörterung erneut geändert wurden. Wir werden stattdessen Schadensersatzansprüche gegenüber der Stadt geltend machen.
Die Kapazitäten der Solarkraftwerke im langfristigen Bestand sind mit 2,7 (Vorjahr: 2,5) MWp leicht angewachsen. Zusätzlich verfügten wir über die 30,9 MWp starke Solarparks, die wir im Großanlagengeschäft im Verlauf des 2. Halbjahres für den Solarfonds realisiert haben und die aufgrund der ausgesprochenen Platzierungsgarantie zum Bilanzstichtag zum Konzernbestand zu rechnen sind. Vor diesem Hintergrund erhöhte sich die Stromerzeugung der konzerneigenen Solarparks im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 37,5 Prozent auf 3,3 (Vorjahr: 2,4) Mio. kWh. Die zur Platzierung im nächsten Geschäftsjahr vorgesehenen Kraftwerke trugen dazu ein Volumen von 1,0 Mio. kWh bei. In den Stromerträgen ist die Beteiligung an den Solarparks in Extremadura/Spanien nicht enthalten. Die der Solarparc Aktiengesellschaft dort anteilig zustehenden Stromerlöse werden gemeinsam mit den Verkaufserlösen aus dem Projekt unter den Finanzerträgen als Erträge aus einer Gewinngemeinschaft ausgewiesen.
In der Betriebsführung stieg durch die Inbetriebnahme unserer neuen Windparks das gesamte von uns betreute Windkraft-Portfolio auf 59,3 (Vorjahr: 43,3) MW. Zudem hatten wir die kaufmännische und technische Betriebsführung für Solarkraftwerke in Deutschland mit 75,7 (Vorjahr: 41,8) MWp Leistung inne. Neu im Betriebsführungsportfolio ist der Anfang des Jahres an einen Investor veräußerte Solarpark Vilshofen und sämtliche für den Solarfonds Solarparc Deutschland I realisierten Parks. Durch die sukzessive Ausrüstung der von uns betreuten Solarparks mit einer individuell konfigurierten Fernüberwachungssoftware haben wir die Betriebsführung weiter automatisieren und damit optimieren können. Die neuen Werkzeuge liefern eine Vielzahl von Daten, die uns eine detaillierte Analyse der Verfügbarkeiten der Anlagen, der Stromerzeugung und der jeweiligen meteorologischen Bedingungen erlauben und zeitraubende individuelle Abfragen überflüssig machen. Dieser Rationalisierungsschritt setzt Kräfte der Mitarbeiter für andere Aufgaben frei.
Neben Wind- und Solarparks waren wir auch für die Betriebsführung weiterer regenerativer Kraftwerke verantwortlich. Hierbei handelte es sich um ein Blockheizkraftwerk (elektrische Anschlussleistung: 600 kW; thermische Anschlussleistung: 700 kW) auf Basis von Biodiesel und ein Laufwasserkraftwerk mit 30 kW Leistung. Damit konnten wir unser Know-how in einer breiten Spanne verschiedener regenerativer Stromerzeugungstechnologien einsetzen und stärken.
Sämtliche von uns betreuten regenerativen Kraftwerke produzierten 2009 138,3 (Vorjahreszeitraum: 113) Mio. kWh Strom. Das entspricht dem Jahresbedarf von 39.494 (Vorjahreszeitraum: 32.332) bundesdeutschen Haushalten.
Großanlagengeschäft
Das Geschäftsjahr 2009 war insbesondere im 2. Halbjahr von der Konzeption und der Realisierung des im Dezember aufgelegten Fonds Solarparc Deutschland I geprägt. Hintergrund war die frühzeitige Akquisition einer attraktiven Projektpipeline, deren Realisierung für Investoren sich im Jahresverlauf − vor dem Hintergrund der sinkenden Einkaufspreise
für Module − immer attraktiver darstellte. Wir haben uns nach Abwägung verschiedener Optionen für die Wahl eines Publikumsfonds in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG entschieden, da dies die größten Renditevorteile für unsere Investoren erwarten lässt. Dies gilt etwa in Bezug auf die künftige Besteuerung der Fondserträge. Die Solarparc Aktiengesellschaft hat außerdem sehr fundierte Erfahrungen mit der Konzeption von Fonds. Die von uns in früheren Geschäftsjahren aufgelegten Donau-Fonds sorgen für kontinuierlich
hohe Ausschüttungen.
Der Fonds umfasst vier von uns entwickelte Solarparkprojekte, die die Solarparc Aktiengesellschaft im 2. Halbjahr an den Fonds veräußert hat. Dabei handelt es sich um folgende Solarparks in einstrahlungsreichen Regionen Bayerns:
- Biederbach mit einer Kapazität von 5,6 MWp (starr montierte Freiflächenanlage), in Betrieb seit Mitte September 2009,
- Greding II mit einer Kapazität von 1,4 MWp (zwei-achsig nachgeführte Freiflächenanlage), seit Anfang Dezember 2009 am Netz,
- Eging am See mit einer Kapazität von 2,2 MWp (starr montierte Freiflächenanlage), Netzanschluss Ende Dezember 2009 und
- Mengkofen mit einer Kapazität von 21,7 MWp (starr montierte Freiflächenanlage), Netzanschluss Ende Dezember 2009.
Die in dem Fonds gebündelten Solarkraftwerke erreichen zusammen eine Spitzenleistung von 30,9 MWp. In einem vollen Betriebsjahr ist mit einem Energieertrag von 32,5 Mio. Kilowattstunden zu rechnen, der nach EEG eingespeist und vergütet wird. Sämtliche Solarparks haben Anspruch auf die Vergütung für 2009 von 31,94 Cent je kWh. Technologielieferant und schlüsselfertiger Errichter aller vier Projekte die SolarWorld AG.
Nach der Prospekterstellung und der nachfolgenden Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) befindet sich der Fonds seit Ende Dezember 2009 im Vertrieb. Dabei geht es um die Einwerbung von 29,4 Mio. € Eigenkapital. Das Investitionsvolumen beträgt 103,5 Mio. €. Kommanditisten können sich ab einer Mindestzeichnungssumme von 10.000 € beteiligen. Die prognostizierte Vorsteuerrendite beträgt per annum 6,68 Prozent. Im Vorfeld haben wir bei Banken und potentiellen Investoren ein hohes Interesse an unserer neuen nachhaltigen Beteiligungsofferte registrieren können. Um den Zeichnern eine zusätzliche Sicherheit zu bieten, hat die Solarparc Aktiengesellschaft eine Platzierungsgarantie ausgesprochen. Wir behalten uns vor dem Hintergrund der attraktiven Rendite eine dauerhafte Beteiligung an dem Fonds offen. Grundsätzlich erwarten wir die Schließung des Fonds bis spätestens zum 30. Juni 2011. Wir haben zudem an einer neuen solaren Projektpipeline in Bayern gearbeitet, um bei entsprechender Rentabilität im 1. Halbjahr 2010 einen weiteren Solarfonds auflegen zu können.
Bereits zu Beginn des Jahres veräußerten wir unseren Ende 2008 fertig gestellten und ans Netz angeschlossenen 2,0 MWp starken Solarpark in Vilshofen an einen Investor.
Mit dem Vermarktungserfolg des gemeinschaftlich mit der Deutsche Bank AG und der spanischen Gesellschaft EcoEnergías entwickelten Solarpark-Projekts in Spanien sind wir insbesondere vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Situation 2009 zufrieden. Eine der drei Projektgesellschaften, die jeweils 10 MWp an dem Gesamtprojekt (30 MWp)
halten, wurde an einen institutionellen Investor veräußert. Die Solarparc Aktiengesellschaft ist am Veräußerungserlös wie auch an den Stromerträgen – abzüglich der Betriebskosten – der zum Stichtag noch nicht veräußerten beiden Projektgesellschaften des Solarparks zu einem Drittel beteiligt.



