Solarparc Geschäftsverlauf 2010
Stromerzeugung
Die SolarWorld AG hat zum Ende des Geschäftsjahres den Aktionären der Solarparc Aktiengesellschaft ein Übernahmeangebot unterbreitet. Bei Annahme dieses Angebots erhalten Aktionäre für einen Solarparc Anteilsschein je eine SolarWorld Aktie. Eine Integration in den SolarWorld Konzern führt nicht zu einer Veränderung unserer Geschäftsstrategie.
Einfluss auf unser operatives Geschäft hatte das Angebot nicht. Der erfolgreiche Geschäftsverlauf war neben der Vermarktung unseres Solarfonds vom Verkauf selbstentwickelter Solarparks geprägt.
Die Erträge der regenerativen Stromerzeugung wurden 2010 maßgeblich von den unterdurchschnittlichen meteorologischen Rahmenbedingungen beeinflusst. Nach Auskunft des Internationalen Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) lag das Windaufkommen im deutschen Binnenland um 25,1 Prozent unter dem gleitenden zehnjährigen Durchschnitt. Obwohl Performance und Verfügbarkeit unserer Windkraftwerke auf hohem Niveau waren, sank das erzeugte Stromvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 14,4 Prozent auf 73,5 Mio. kWh. Unsere Windkraft-Kapazitäten blieben mit einer Leistung von 56,7 MW unverändert. Das im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls schwächere meteorologische Solarenergieangebot führte bei unseren konzerneigenen Solarstromkraftwerken mit einer Gesamtleistung von 2,7 MWp, trotz der bereits gegen Ende des Vorjahres installierten zusätzlichen Leistung von 0,2 MWp nur zu einem konstanten Stromvolumen von 2,3 Mio. kWh. Die vier Solarparks des bis zur Veräußerung zum Konsolidierungskreis der Solarparc Aktiengesellschaft gehörenden Solarfonds Solarparc Deutschland I GmbH & Co. KG produzierten im Geschäftsjahr 2010 29,8 Mio. kWh.
Unsere Aktivitäten in der Betriebsführung verzeichneten 2010 Zuwächse. Wir haben diesen Geschäftsbereich weiter personell und materiell gestärkt. Ein Beispiel ist die Verdoppelung der Mitarbeiterzahl im Außendienst, um eine optimale Betreuung und Leistungssicherung vor Ort zu gewährleisten. Ein anderes ist der Ausbau und die Verfeinerung unserer Fernabfragesysteme. Dadurch ist es uns nunmehr möglich, jederzeit die Arbeit der Solarkraftwerke bis ins Detail zu verfolgen und etwaige Störungsgründe frühzeitig zu erkennen. Unsere Systeme können dabei die Leistung jedes einzelnen Moduls überwachen.
Insgesamt erhöhten sich die von uns betreuten Solarstromkapazitäten zum Ende des Jahres auf 86,3 (Vorjahr: 75,7) MW. Hintergrund des Zuwachses war die Umsetzung neuer Solarparkprojekte, für die wir nach erfolgreichem Verkauf die technische Betriebsführung übernommen haben. Neben der Betreuung von selbstentwickelten Kraftwerken haben wir auch die Betriebsführung für extern entwickelte Kraftwerke inne. Im Jahresverlauf konnten wir die Verträge für sämtliche dieser Projekte verlängern. Umsatz- und ergebniswirksam wird der Ausbau der technischen Betriebsführung mit der im laufenden Jahr erwarteten Entkonsolidierung des Solarfonds Solarparc Deutschland I GmbH & Co. KG.
Außer den Photovoltaik-Kapazitäten führen wir in unserem Betriebsführungsportfolio Kraftwerke, die weitere regenerative Quellen nutzen. Neben Windkraftanlagen (unverändert 59,3 MW) zählten dazu ein Biodiesel-Blockheizkraftwerk mit 600 kW elektrischer und 700 kW thermischer Leistung sowie ein Laufwasserkraftwerk mit 30 kW Leistung. Mit dieser Diversifizierung erweitern wir kontinuierlich unser Know-how in der Erzeugung regenerativen Stroms.
Insgesamt produzierten sämtliche von uns betreuten regenerativen Kraftwerke im Jahresverlauf 152,9 (Vorjahr: 138,3) Mio. kWh Strom. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresbedarf von 43.693 (Vorjahr: 39.494) bundesdeutschen Haushalten.
Großanlagengeschäft
Im Fokus des Großanlagengeschäfts 2010 standen die Vermarktung unseres Fonds Solarparc
Deutschland I GmbH & Co. KG sowie die Platzierung weiterer Solarparks in Deutschland.
Wir haben bis zum Bilanzstichtag 29,3 Prozent unseres Solarfonds platziert. Damit zählte
der Fonds wie im Vorjahr zum Konsolidierungskreis des Konzerns. Da wir darauf verzichtet
haben, die Dienste externer Vermarktungshäuser in Anspruch zu nehmen, sind wir mit dem
Platzierungserfolg zufrieden. Entsprechend niedriger fielen unsere Marketingaufwendungen
aus. Eine Reihe von Analysehäusern hat Qualität und Renditestärke unseres Fonds bestätigt.
So verliehen ihm G.U.B. und Das Investment die Note „sehr gut“. Umweltfinanz vergab
ihr Top-Rating mit fünf Sternen. Ecoreporter sprach ebenfalls eine Empfehlung aus. Die
Platzierungsgarantie haben wir bis zum 30. Juni 2011 verlängert. Die Anteilseigner konnten
sich bereits über eine erste Ausschüttung im prognostizierten Umfang freuen.
Im Zuge der Änderungen im EEG haben wir unsere Projektpipeline für neue Solarparks in
Deutschland konsequent umgesetzt. Drei Solarkraftwerke haben wir an ein inländisches
Investorenkonsortium um die GLS Bank, Bochum, verkauft. Die drei Parks verfügen über
eine Gesamtkapazität von 10,5 MWp. Die Projektierungsdienstleistungen für externe Investoren
für zwei weitere Solarparks mit einer Gesamtleistung von 11,7 MWp haben wir
zum Ende des Jahres ebenfalls größtenteils fertigstellen können. Der Netzanschluss erfolgte
noch vor Jahresende, so dass auch diese Anlagen eine Vergütung von 28,43 Eurocent je
kWh gemäß EEG erhalten werden.
Zum Bilanzstichtag waren wir an zwei Solarparks in der spanischen Autonomen Gemeinschaft
Extremadura beteiligt, die im Jahresverlauf solide Erträge erwirtschaftet haben. Die
Kraftwerke waren 2008 fristgerecht und mit allen notwendigen Dokumenten ausgestattet
an das spanische Stromnetz angeschlossen worden und haben damit Anrecht auf die bisher
vereinnahmte Vergütung. Ein Vermarktungserfolg für die Beteiligungen war nicht zuletzt
wegen der unsicheren Investitionssituation aufgrund der Schuldenkrise in Spanien und der
Spekulationen um eine retroaktive Vergütungsanpassung nicht zu verzeichnen.



